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FUFFIFUFZICH

Als Fuffifufzich das erste Mal auftrat, 2021 war das, und die Volksbühne binnen Minuten

ausverkauft, widersetzten sich einige Fans der Schwerkraft. Und was nachts für Freibäder gilt,

zeigte sich da, das gilt auch für Konzerte: Klettern Menschen über Zäune, um noch

hineinzukommen, brennt sich alles Folgende in das Großhirn ein – und der Soundtrack ins

kollektive Gedächtnis.

Das Repertoire von Fuffifufzich – damals noch ohne Label oder Management –

umfasste vier Songs. Fuffifufzich sang sie einfach zweimal und das Publikum jede Zeile

doppelt. Besonders textsicher: „Hallo 110, ist da die Po-Polizei? Ich möchte Anzeige erstatten

wega Heartbreakerei“. Der Debuthit Heartbreakerei feat. Magic Island: 1,6

Millionen Aufrufe bei Spotify.

Fuffifufzich lässt sich weder auf eine Sprache festnageln noch to a genre. Ein bisschen, als wären

fünf Browsertabs zu einem verschmolzen: Aus dem einen raunt Rap, aus dem anderen ein Falco

und dann schmiegt sich noch Vicky Leandros ins Ohr. Oder war das Paff Meisi? Am

ehesten vielleicht so: ein dreamy, steamy Synthepop, der mal sphärisch einsickert und mal

Cloudschlager ist, mal unter der Bettdecke flüstert oder dann vom Baugerüst schreit. Fuffifufzich

singt und spricht, mal dada, mal gaga, weil das Leben zu wichtig ist, um es immer ernst zu

nehmen. Vor allem dann, wenn es um Fuffifufzichs Fachgebiet geht: die Liebe.

Seit der Single Heartbreakerei ist viel passiert: ein gleichnamiges Album, zwei ausverkaufte

Tourneen. Fuffifufzich trat auf der Fusion auf, spielte den Festsaal Kreuzberg voll und die

Kulturbrauerei. Bald tauchten die Songtexte in Schultoiletten, bald auf S-Bahnen auf. Sie wurden

unter treue Haut gestochen und in Romanen gedruckt. Fuffi, wie ihre Fans sie auch nennen, war

zu Gast im Podcast des Zeitmagazins und kuratierte einen Abend auf radioeins. 2023 beauftragte

das Pop-Kultur-Festival Berlin eine Commissioned Work und Fuffifufzich, weil warum nicht,

dafür ein Streichensemble. Vor der größten LED-Leinwand Europas wiederum drehte

Fuffifufzich ein Video für das Projekt Reeperbahnfestival COLLIDE. Falsch, es waren ja gleich

drei!

Um die Person hinter der Künstlerin ranken indes Sagen. Fuffifufzich, zitiert etwa der

Musikexpress, wurde 2018 geboren und zwar mit Sonnenbrille im Gesicht. Fragt man Fuffi

selbst, gibt Fuffi zu Protokoll: „Fuffifufzich ist ein Italo-Western und eine verschneite Straße in

Berlin, ist eine kleine Mäuse und eine Queen.“ Ihre Texte schreibt Fuffifufzich selbst, die Lieder

produziert sie gemeinsam mit Johannes Aue. Auf der Bühne hypnotisiert dieser hinter dem

Keyboard und zu seiner Linken: Laura Landergott, die den Bass Mal für Mal spielt, als erwecke

sie ihn gleich zum Leben.

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